Webcasting-Workshop Teil 1: Grundlagen

Sie möchten selbst ein Webcasting-Projekt erstellen?
Eine kleine Selbstdarstellung auf der privaten Homepage? Oder das eigene Radioprogramm für Ihre Mitarbeiter?
Kein Problem. Bereits mit den kostenlos erhältlichen Basis-Produkten von RealNetworks, dem Marktführer im Webcasting, kann dies realisiert werden.

In den folgenden Workshops können Sie selbst ein Webcasting-Projekt in einer Art „Schritt-für-Schritt-Anleitung“ verwirklichen. Sie müssen dazu weder ein „Computer-Freak“ zu sein, noch hunderte Seiten englischsprachiger Handbücher lesen. Aber auch Nutzer, die bereits Webcasting-Erfahrung haben, finden hier wertvolle Infos.

Diese Einführung zeigt Ihnen zunächst die verschiedenen Möglichkeiten und nötigen Systemvoraussetzungen.

Vorab einige Namens-Konventionen (Hinweise zum besseren Verständnis der Fachbegriffe)


1. Vorüberlegungen

Um die für Ihren Bedarf nötige Hard- und Software zu bestimmen, hier zunächst einige Erläuterungen und Unterscheidungen:

a) Livestream oder on-demand-stream?

Beim Livestream wird der im Encoder erzeugte Stream fast zeitgleich wiedergegeben (gesendet), also wie bei einem Radioprogramm.

Beispiel: Livesender

Im Gegensatz zu livestreams sind on-demand-streams fertige Dateien (Clips) mit vorgegebener Länge. Vielleicht kennen Sie die Angebote von Radiosendern, gesendete Beiträge im Archiv abzurufen, z.B. die Nachrichten von B5aktuell oder die Comedy-Reihen von Bayern3/ SWR3.

Ein weiteres Beispiel sind die Audiodateien auf bandscan.de, etwa die Werbespots.

Ein simulierter Livestream ist on-demand-Inhalt, der wie ein Livestream wiedergegeben wird. Der Hörer bekommt also nicht mit, daß es sich um aufgezeichneten Inhalt handelt.
Die Vorgehensweise für simulierte Livestreams (G2SLTA) ist in den Workshops (noch) nicht beschrieben.

Wenn ein Benutzer einer Webseite auf einen on-demand-Stream klickt, startet die Wiedergabe der Präsentation vom Beginn an. Jeder Besucher hört die Präsentation von Anfang an, egal wann er darauf zugreift. Ebenso kann der Besucher mit der Vorwärts-/Rückwartstaste durch den Clip navigieren.
Bei einem Livestream startet der Autor die Aussendung zu einer bestimmten Zeit. Benutzer, welche die Wiedergabe zu einer bestimmten Zeit starten, nehmen ab diesem Zeitpunkt an der Sendung daran teil, also nicht von Anfang an.
Die URL-Adresse des Livestreams ist nur während der Live-Aussendung erreichbar.

Zum Vergleich:
on-demand ist wie ein Film auf einer Videokassette. Man kann den Film zu jeder Zeit sehen, vorspulen, rückspulen, eine Pause einlegen.
Ein livestream ist dann wie ein Film, den man im Fernsehen ansieht..

BEISPIEL: Angenommen, Sie möchten eine Stunde täglich ein „Mitarbeiter-Radio“ senden.

Möglichkeit 1: Sie senden als Livestream und starten um 9.00 Uhr. Schaltet sich ein Zuhörer um 9:07 Uhr auf, hört ihr Programm ebenfalls ab 9.07 (also wie beim Radio).

Möglichkeit 2: Sie senden per on-demand-stream. Auch wenn sich der Mitarbeiter erst um 9.07 Uhr aufschaltet, hört er das Programm von Anfang an (also ab 9.00 Uhr) mit RealProducer-Basic nicht möglich (gleichzeitige Aufnahme und Wiedergabe). Sie können aber Ihre Sendungen "vorproduzieren", also etwa schon Tage vor der Sendung erstellen.

b) RealServer oder WebServer?

Die RealMedia-Clips können über ein RealServer oder über einen gewöhnlichen WebServer abgespielt werden.

Auch „Homepage-Speicherplatz“ der von einem Internet-Provider bereitgestellt wird (z.B. die T-Online-Homepage), kann als WebServer bezeichnet werden. Der Server sollte für MIME-Types audio/x-pn-realaudio konfiguriert sein. Dies reicht für den privaten Bedarf in den Regel völlig aus.

Bedenken Sie aber: gegenüber dem RealServer hat die Wiedergabe über einen WebServer folgende Nachteile:

c) Verwendungstyp Intranet oder Internet?

Entscheiden Sie, ob Ihre Dateien im Intranet (z.B. firmen-internes Netzwerk) oder im weltweiten Internet veröffentlicht werden sollen.

Wenn Sie einen eigenen RealServer betreiben und ins Internet senden möchten, benötigen sie einen entsprechenden Internet-Zugang, d.h. eine feste und registrierte IP-Adresse, die von außerhalb erreichbar ist; ausgestattet mit den entsprechenden Sicherheitsmaßnamen (Firewall...). Fragen Sie hierzu einen Netzwerk-Administrator, Provider oder Ihren IT-Lieferanten.

TIP Die IP-Adresse Ihres Rechners im lokalen Netzwerk erfahren Sie in Windows 9.x/NT/XP unter Systemsteuerung/Netzwerk

Als Alternative gibt es auch die Möglichkeit, bei reinem Provider, der selbst einen RealServer betreibt, Kapazitäten anzumieten.
In diesem Fall können sie –mit einem Passwort geschützt- auf diesen Server zugreifen, ohne dass sie sich um Installation und Konfiguration des RealServer
kümmern müssen.

Programme und Systemvoraussetzungen

Laden Sie nun die nötigen Produkte auf ihren Rechner.

Der schnellste Weg zu den Downloads: http://www.realnetworks.com --> Products --> Free and Trial Products (http://www.realnetworks.com/products/free_trial.html)

Die Installation der beiden Programme läuft wie bei einem gewöhnlichen Windows-Programm ab.

Entscheiden Sie anhand folgender Grafik, ob Sie auch den RealServer benötigen:

Hier eine Beispielkonfiguration für eine kleine Intranet-Anwendung:

  • 3 (mind. 2) vernetzte Computer im 10 Mbit-LAN
  • Erfüllung der Systemvoraussetzungen für die benötigte Software
  • mindestens 32MB RAM am Rechner mit dem Producer
  • Soundkarte mit Eingang (z.B. Mikrofon, Klinkenstecker, ...)
  • Server: Helix Universal Basic Server (Server-PC mit Windows NT 4.0 ServicePack5, 450MHz, 128 MB RAM)
  • Encoder: Helix Producer Basic
  • Player: RealPlayer One und G2
  • Empfehlung von Testen: Anschluß eines Radiogerätes an den Eingang des PC und "Streamen" eines Radioprogramms

 

Nun haben sie die erforderlichen Kenntnisse erhalten, um in die Praxis einsteigen zu können:

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Fragen, Änderungen, Anregungen, Ergänzungen ... bitte senden Sie mir eine Nachricht.
(c) Hans Müller September 2000-2004, zuletzt geändert am 3.1.2004

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